Mit Phönix durch den Shutdown – Workshops der Österreichischen Gesundheitskasse für Betriebe

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Durch die aktuelle Coronakrise stellt sich die Frage nach der Relevanz von Gesundheit und Krankheit auch in Unternehmen völlig neu. Fast alle Betriebe stoppen nicht dringend notwendige Projekte und konzentrieren sich auf das Kerngeschäft der Zukunftssicherung. Gesundheitsförderung rückt damit derzeit fast zwangsläufig in den Hintergrund.

 

 

 

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) entwickelte daher ein Angebot für all jene Unternehmen, die aktuell ein Projekt zur Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) durchführen. Ziel der sogenannten Phönix-Workshops ist die Unterstützung bei der Weiterführung laufender BGF-Projekte, aber auch, Möglichkeiten zur Reflexion der Krise zu bieten.

In bisher rund 20 durchgeführten (digitalen) Workshops stand dabei nicht die Erfassung der Ist-Situation im Vordergrund, sondern mit Hilfe des Ansatzes der Positiven Psychologie sollen neue, kreative Umgangsformen mit der Krise gefunden werden.

 

Herausforderungen

Neben der Absicherung der Existenz des Unternehmens sahen sich viele Betriebe mit der Herausforderung konfrontiert, die Gesundheit der Belegschaft zu schützen. Hygienemaßnahmen, Raumbelegungspläne und Richtlinien zum Handeln bei Covid-Symptomen wurden entwickelt.

Als herausfordernd wurden darüber hinaus veränderte Arbeitszeiten und disloziertes Arbeiten erlebt. Auch wenn die Umstellung auf Kurzarbeit und Homeoffice meist gut gelang, entstand ein erhöhter Kommunikationsbedarf, die Ergonomie der Heimarbeitsplätze war oft ungünstig, Erwartungen des Dienstgebers und Möglichkeiten der Beschäftigten passten nicht immer zusammen und die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwammen.

 

Lösungsstrategien

Viele Betriebe richteten Krisenstäbe ein und entwickelten Krisenpläne. Teams wurden geteilt, Prozesse so adaptiert, dass ein Regelbetrieb möglichst aufrechterhalten werden konnte. Über allem stand das Thema Resilienz: Wie schaffen wir es, gut durch die Krise zu kommen?

Die befragten Klein- und Großbetriebe berichteten von vielen kreativen Ideen, um mit den Mitarbeitenden in Kontakt zu bleiben – von der Praline samt Grußworten der Chefin vor der Wohnungstür bis zu gemeinsamen Online-Kaffeepausen.

Als besonders wohltuend wurden Führungskräfte erlebt, die ruhig und besonnen durch die Krise navigierten und Sicherheit vermittelten.

 

Die Krise als Brennglas

Unter den aktuell verschärften Bedingungen werden viele innerbetriebliche Themen deutlicher sichtbar. Der Führungsstil, die Qualität der Zusammenarbeit, Selbstmanagement-Kompetenzen und das zugestandene Ausmaß an Autonomie, Strategien zur Aufrechterhaltung der Motivation und Rituale, die das Gefühl von Zugehörigkeit stärken – all das bestimmt jetzt mit, wie gut Unternehmen mit unvorhersehbaren, komplexen Herausforderungen klarkommen.

 

In den noch bevorstehenden Monaten der Pandemie werden die bisherigen Lernerfahrungen eine gute Basis darstellen. Besonders wichtig erscheint es, Führungskräfte in ihrer Rolle so zu stärken und zu unterstützen, dass sie ihren Mitarbeiter/innen hilfreiche Lotsen sein können. Bei derzeit erhöhten Anforderungen an das Selbstmanagement jedes Einzelnen braucht es immer wieder auch einen aufmerksamen, distanzierten Blick auf die Art der Zusammenarbeit in bewegten Zeiten.

 

Nähere Informationen zu den Phönix Workshops finden Sie hier.

 

Herzlichen Dank an Mag. Wolfgang Paulowitsch-Laskowski, ÖGK Gesundheitsförderung und Prävention und Dr. Christian Scharinger, BGF-Berater und Gesundheitssoziologe deren Bericht und theoretische Fundierung die Basis für diesen Artikel bilden.

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Text: Mag.a Rosmarie Kranewitter-Wagner, Institut Suchtprävention Linz

Foto: Engin Akyurt/Pixabay