Die Grundlagen

Betriebliche Suchtprävention umfasst Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit ebenso wie die Intervention bei auffälligen oder suchtgefährdeten MitarbeiterInnen.

Sie stellt ein wichtiges Element des betrieblichen Gesundheitsmanagements dar und stützt sich auf 3 Bereiche.

 

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Vorbeugende Maßnahmen im Betrieb

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Maßnahmen auf der Personenebene:

Wettbewerb, Verdrängung, Erfolgsorientierung, neue Technologien oder die Forderung nach mehr Flexibilität sind Beispiele für betriebliche Anforderungen, die wesentlich zur Entstehung von Belastungen oder Krankheiten, wie z. B. auch Sucht, beitragen können.

Das können Sie tun:

  • Überprüfung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen und des Betriebsklimas
  • Informationen zur Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz
  • Förderung der MitarbeiterInnen durch regelmäßige MitarbeiterInnengespräche
  • regelmäßiges Feedback, konstruktive Kritik, Lob/Anerkennung

 

Maßnahmen auf Ebene der Substanz/ des Verhaltens:

Die Verfügbarkeit von Substanzen beeinflusst, ob und wie am Arbeitsplatz konsumiert wird. So spielt es im Betrieb eine Rolle, ob Alkohol in der Kantine erhältlich ist, sich Zigarettenautomaten am Firmengelände befinden oder wie mit digitalen Medien während der Arbeitszeit umgegangen wird.

Das können Sie tun:

  • Erstellung klarer Regeln für den Konsum / Nichtkonsum von psychoaktiven Substanzen (Alkohol, Tabak, Drogen, Medikamente), die an alle MitarbeiterInnen kommuniziert werden (z.B. durch Plakate, Intranet, …)
  • Verfügbarkeit einschränken (z.B. kein Alkohol und kein Zigarettenautomat am Firmengelände, klarer Leitfaden zum Umgang mit digitalen Medien…)
  • Informationsveranstaltungen zu den Themen Suchtmittelkonsum, Arbeitssicherheit und Punktnüchternheit.
  • Angebote zur individuellen Konsumreduzierung (z.B. Angebote zur Tabakentwöhnung, Kontakte zur Arbeitsmedizin, Kontakte zu externen Hilfseinrichtungen…)

 

Maßnahmen im betrieblichen Umfeld:

Gesellschaftliche Rahmenbedingungen bestimmen das Konsumverhalten mit. Neben Gesetzen, die den Umgang mit legalen und illegalen Substanzen regeln, sind es auch Betriebsvereinbarungen und Leitlinien im Betrieb, die Einfluss auf das Konsumverhalten der MitarbeiterInnen haben.

Das können Sie tun:

  • Erstellung von Leitlinien für den Umgang mit Suchtmitteln im Unternehmen
  • Gesundheitsangebote im Betrieb, z.B. Angebote zur Erweiterung der persönlichen Gesundheitskompetenz (Umgang mit Stress, Sportangebote, Entspannungstechniken), Bewegungspausen am Arbeitsplatz uvm.
  • Bewusste Steuerung und Integration bertieblicher Prozesse, welche die Gesundheit der Beschäftigten fördern

 

Ziele der betrieblichen Suchtprävention:

  • Erhöhung der Arbeitssicherheit
  • Förderung und Erhalt der körperlichen und psychosozialen Gesundheit der MitarbeiterInnen
  • Sensibilisierung der MitarbeiterInnen zum Thema Sucht
  • Befähigung von Vorgesetzten, bei Auffälligkeiten am Arbeitsplatz und Suchtproblemen von Beschäftigten auf diese zuzugehen und sachgerecht zu reagieren
  • Vermeidung von Kündigungen durch rechtzeitige Intervention

 

Informationen zum Thema betriebliche Suchtprävention und Sicherheit am Arbeitsplatz:

Prävention systematisch umsetzen (praevention.at)
10 Schritte zu einem betrieblichen Suchtpräventionsprogramm
Sicherheitsberatung (AUVA)
Umgang mit Alkohol (AUVA)
Gesundheitsförderung (AUVA)
Suchtprävention und Früherkennung in der Arbeitswelt
Alkohol im Betrieb
openFrüherkennung
Merkmale und der richtige Interventionszeitpunkt

Statistisch gesehen entwickeln 5%- 10% der ÖsterreicherInnen im Laufe ihres Lebens einen problematischen Alkoholkonsum oder eine Alkoholsucht. Alkoholkranke Personen sind im Durchschnitt um 25% weniger leistungsfähig und kosten dem Unternehmen dadurch 1,25 – 2,5% der Lohn- und Gehaltskosten.

Es wird empfohlen, dass sich Unternehmen mit den Auswirkungen von Substanzkonsum und problematischem Verhalten am Arbeitsplatz auseinandersetzen, um frühzeitig intervenieren zu können. Je früher eine Intervention stattfindet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass MitarbeiterInnen ihr Verhalten ändern oder Hilfe annehmen.

Frühinterventionszeitpunkt

Riskanter Konsum von Substanzen (Alkohol, Medikamente, illegale Substanzen) oder problematisches Verhalten (Glücksspiel, Internet, Kaufen,…) zeigt sich durch beobachtbare Auffälligkeiten oder Verhaltensänderungen. Die Beobachtung und Dokumentation sollte frühzeitig beginnen.

 

Informationen zum Thema Früherkennen:

Früherkennungsmerkmale - Alkohol (praevention.at)
Früherkennungsmerkmale - illegale Substanzen
Beobachtungsbogen
openHandeln
Interventionen bei Auffälligkeiten und Beratungsangebote

Werden bei MitarbeiterInnen Veränderungen im Arbeits- und Leistungsverhalten sowie Pflichtverletzungen wahrgenommen, sollten Vorgesetzte handeln.

STEPCHECK bietet Tipps und Hilfestellungen zu folgenden Themen:

  • Handeln bei Auffälligkeiten
  • Gespräche mit auffälligen MitarbeiterInnen
  • Handeln bei akuter Berauschung von MitarbeiterInnen
  • Arbeitsrechtliche Aspekte

 

Informationen und Beratungsangebote:

Rolle des Vorgesetzten
Gespräche mit auffälligen MitarbeiterInnen führen (praevention.at)
Beratungsangebote der AUVA
Beratungsangebote des Institut Suchtprävention
Beratungsstellen in Oberösterreich
Alkoholberatungsstellen (nach Bundesländern)